Die Selbstheilungskräfte aktivieren

Einzelgesprächstherapie

In unserem Behandlungskonzept nutzen wir psychotherapeutische Einzelgespräche, um gemeinsam Therapieziele zu entwickeln, Zwischenschritte zu definieren und Methoden auszuwählen, wie diese Ziele erreicht werden können (z. B. Pychotraumabearbeitung). Dabei ergründen wir die Biografie der Patientin und des Patienten ebenso wie die auslösenden und aufrechterhaltenden Bedingungen seiner Symptome und erarbeiten daraus ein Psychogenesemodell für ein besseres Verständnis der Diagnose.

Persönlichkeit im Mittelpunkt

Im Rahmen der Diagnostikphase ergründen wir gemeinsam die Ressourcen, Fähigkeiten und Interessen sowie motivationale Bestrebungen jeder einzelnen Patientin und jedes Patienten, die wir in unserem therapeutischen Vorgehen nutzen und fördern können. Durch eine sogenannte Problemaktualisierung werden dabei die Problembereiche, die durch die Therapie verändert werden sollen, unmittelbar erlebbar gemacht und mittels therapeutischer Interventionen bearbeitet. Dazu nutzen wir beispielsweise Imaginationsübungen, emotionsfokussiertes Erzählen, Rollenspiele und Expositionstechniken.

Individuelle Beziehungsgestaltung

Die Arbeit in der Einzeltherapie ist in hohem Maße individuell, kreativ und prozessorientiert. Eine psychotherapeutische Einzeltherapiesitzung dauert in der Regel 50 Minuten; die genaue Dauer und Frequenz wird dabei jeweils den Bedürfnissen und Fähigkeiten jeder Patientin und jedes Patienten angepasst. Als ein zentraler Wirkmechanismus mit maßgeblichem Einfluss auf das Therapieergebnis gilt dabei die Qualität der psychotherapeutischen Beziehung. Empathie, Echtheit und Wertschätzung sind wesentliche Voraussetzungen für diese Beziehung. Sie bleibt jedoch asymmetrisch, weil es ausschließlich um die Themen der Patientin und des Patienten – und nicht um die der Therapeutin geht. Ihr obliegt auch die Verantwortung der Beziehungsgestaltung für eine Sicherheit gebende und professionelle Arbeit, die sich als „therapeutische Allianz“ bezeichnen lässt.

Weitere Therapieformen

Kunstpsychotherapie

Die Einzel-Kunstpsychotherapie gibt uns den Raum für einen individuellen kreativen Prozess ohne jeglichen Leistungsdruck. Diese Form der Behandlung soll die gesamte Therapie unterstützen und insbesondere die persönlichen Potenziale einer jeden Patientin und eines jeden Patienten ansprechen. Im Vordergrund steht dabei die Suche nach stärkenden inneren Bildern, die sich spontan oder nach einem besprochenen Thema entwickeln können. Im bildhaften dialogischen Arbeiten mit der Kunsttherapeutin nutzen und vermitteln wir unterschiedliche kreative Medien, um auch belastende Bilder schrittweise verändern zu können. Ein Beispiel hierfür ist das lösungsorientierte Malen, eine geführte Methode der Kunstpsychotherapie, die helfen kann, belastende Bilder mit neuen, positiven Bildern zu verbinden.

Körperpsychotherapie

Die Körpereinzeltherapie ermöglicht uns einen auf achtsame Wahrnehmung und spielerisches Handeln ausgerichteten Erfahrungsraum. In diesem Raum können wir individuelle Ressourcen (wieder-)entdecken und stärken. Biografisch geprägte Erlebens- und Verhaltensformen – wie zum Beispiel Lieblosigkeit und Härte im Umgang mit sich selbst – werden so konkret erfahrbar und geben uns die Möglichkeit, gemeinsam mit der Patientin und dem Patienten neue und veränderte Handlungen im Selbstumgang spielerisch auszuprobieren, zu üben und zu verinnerlichen.

Ergotherapie

Die Ergotherapie bildet eine wichtige Grundlage zur Wiederherstellung der Handlungsfähigkeit im Alltag. Hier soll es darum gehen, die Selbstregulationsfähigkeit mit Hilfe kreativer und handwerklicher Medien erproben und trainieren zu können. Unser Ziel ist es dabei, die Leistungsfähigkeit durch eine Vielzahl geeigneter Übungen wieder an das Niveau vor Erkrankungsbeginn heranzuführen.

Im Einzelsetting arbeiten wir dabei individuell nach den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten und ergänzend zu ihrem Therapieprozess. In Abhängigkeit von der Grunderkrankung und den damit verbundenen Basisstörungen vermitteln wir ausgewählte Techniken mit unterschiedlichsten Materialien, die sich nach der Behandlung auch zu Hause weiterführen lassen. Dabei geht es vor allem um die Förderung stabilisierender und Struktur gebender Fertigkeiten und die damit verbundene Stärkung des Selbstvertrauens. Ebenso eignet sich die Einzeltherapie gut, um im motorisch-funktionellen Bereich zu arbeiten, wie zum Beispiel im Hand-Ellenbogenbereich, oder auch im Schulterbereich. Weitere mögliche Themenbereiche, die wir mit dieser Behandlungsform ansprechen können, sind beispielsweise die Ressourcenarbeit, die Innere-Kind-Arbeit und Stärkung der Innenkommunikation.

Dramapsycho- und Theatertherapie

In der Bezeichnung „Dramapsycho- und Theatertherapie“ begegnen uns Worte, die wir aus anderen Lebensbereichen kennen – und die uns vielleicht an Bühne und Vorhang, Zuschauer und Darsteller, Beleuchtung und Applaus denken lassen. All das hat aber in diesem Falle nichts mit unserer Arbeit zu tun, vielmehr umfasst der Begriff die kreativen Methoden, die wir in dieser Therapieform nutzen.

Die Dramapsycho- und Theatertherapie ist eine handlungsorientierte Therapieform, die die ursprünglichen heilenden Elemente des Theaterspiels mit den Verfahren moderner Psychotherapie verbindet. Die Methoden haben sich aus dem Schauspieltraining entwickelt, die Ziele sind in der Therapie angesiedelt.

In dieser Form des darstellenden Spiels können wir behutsam erproben, ob und wie wir miteinander in Kontakt treten wollen – und welche Formen von Wahrnehmung, Ausdruck und Bewegung wir dabei nutzen können.

In der Einzelarbeit bietet die Dramapsychotherapie verschiedene Möglichkeiten, den therapeutischen Prozess zu begleiten und zu befördern. Ein Thema auf der Bühne aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten, kann einerseits wesentlich dazu beitragen, eine andere Wahrnehmung zu ermöglichen und andererseits helfen, die eigene Position zu klären. In Bühneninstallationen, Spielgeschichten und ähnlichen Formen wird es möglich, eigenen Fragen und Themen kreativ Ausdruck und Gestalt zu geben, sie so für sich selbst sichtbar zu machen und einen neuen Zugang gewinnen.